Das lässt sich sehen

Das KOOK-Festival Das lässt sich sehen – zeitgenössische Positionen der Visuellen Poesie versteht sich als ausleuchtender Annäherungsversuch an die vielfältigen Ausdrucksformen Visueller Poesie, die gerade auf Social Media oder auch in virtuellen Popup-Ausstellungen, Art Books, Chapbooks, Zines, Sammelboxen, Postkarten, Blogs und anderen Formen Selbstverlegtem und -publiziertem in den letzten 10-15 Jahren enorme Verbreitung gefunden haben, ausgetauscht werden und in Dialog treten.

Nicht zuletzt durch den Einsatz digitaler Technologien, Programme und Apps wurden auch vormals randständige Genres und Subgenres der Visuellen Poesie demokratisiert und einem breiteren Nutzer:innenkreis zugänglich gemacht. Dieser Überschuss an Produktion poetischer Werke im visuell-transdisziplinären Gewand und in ganz unterschiedlichen Qualitäten ist mittlerweile unmöglich zu überblicken.

Gleichzeitig wächst die Freude, auf analoge Techniken und Verfahren zurückzugreifen. Insbesondere bei Jugendlichen erfreut sich beispielsweise das Führen von Scrapbooks großer Beliebtheit, wo Tagebuchartiges und Lyrisches mit diversen Materialien, Fundstücken und Papiercollagen zusammengeklebt und -geheftet werden.

Führt man es allerdings eng auf Künstler:innen, die mit Verfahren der Visuellen Poesie auf konzeptionelle Weise und mit dezidierter Poetologie arbeiten, dann ist ein genauerer Blick erforderlich.

Eben solche Künstler:innen wurden im Vorfeld des Festivals gesichtet und herauskam eine lange Liste mit künstlerisch spannenden und vielschichtigen Akteuren, von denen KOOK am Ende 12 Positionen eingeladen hat, um sie dialogisch in Ausstellung, Lesung und Gespräch miteinander in Beziehung zu setzen, einen Prozess in Gang zu setzen, um diese angefangene Spurensicherung zukünftig mit weiteren Veranstaltungen und Vermittlungsformaten fortzuführen.

Es handelt sich um Arbeiten von Kathrin Bach, Anke Becker, Mara Genschel, Victoria Hohmann, Elena Kaufmann, Titus Meyer, Mario Osterland, Johan Reißer / Ursula Seeger, Simone Scharbert, Carsten Schneider, Erec Schumacher und Andreas Töpfer.